Schon wieder die Süddeutsche…

Ein wunderbares Beispiel für eine Stakeholderanalyse hatten wir schon hier und jetzt zeigt die Süddeutsche Angela Merkels Inner Circle visuell auf. I like it. Nicht den Inner Circle, but its visualizatition.

 

Transformation der IT

Digitalisierung, Cloud und agile Vorgehensweisen sind Anzeichen einer sich verändernden IT in Unternehmen. Die einen versuchen sich an einem Paradigmenwechsel, die anderen wollen sich gar selbst abschaffen. Wenn das „Business“ IT-Leistungen von der Stange in der Cloud zusammenstellt und einkauft, braucht es dann überhaupt noch klassische IT in Unternehmen?

So etwas wie einen Application Manager braucht es dann künftig nicht mehr, entgegnete mir jüngst ein Kunde.

Aber das greift zu kurz.

Auch wenn klassische IT-Abteilungen Auflösungserscheinungen haben, wenn das Pendel gerade wieder von der zentralen IT zu dezentralen Lösungen im Business ausschlägt, sich Rollen und Aufgabenverteilungen ändern: Verantwortlichkeiten lösen sich nicht in Luft auf und müssen auch in der neuen Welt wahrgenommen werden. Außerdem müssen Kompetenz und Know-how erhalten bleiben.

Auch in der neuen Welt wird es jemanden geben, der die IT-Lösungen (aus der Cloud) konfiguriert und zusammenstellt – einen Architekten. Der ist künftig vielleicht wieder im Business und nicht mehr in der IT angesiedelt. Es wird zweifellos Veränderungen geben.  Er ist dann eher ein Service-Manager mit einem weniger technischen Profil, der Konfiguration und Einkauf vornimmt, aber letztlich behält er immer noch eine Gesamtverantwortung. Die lässt sich nicht delegieren. Der beste Cloudanbieter kann nicht wissen, wie wir sein Produkt einsetzen und wofür, mit welchen anderen Produkten, anderer Hersteller wir es kombinieren, wem wir Zugriffsrechte geben und welche Anforderungen wir haben.

Wenn wir IT-Abteilungen abschaffen, müssen wir dem Rechnung tragen, dass wir die neuen Rollen auch entsprechend befähigen. Auch ein Service-Manager im Business muss Sicherheitsanforderungen und Compliance sicherstellen. Die Cloudanbieter sind dabei seine Partner, aber verantwortlich bleibt er letztlich selbst. Die Welt wird nicht weniger komplex.

Projektmanagement-Trainings auf LinkedIn Learning

Wie hier schon das eine oder andere mal zu lesen war sind in den letzten gut 1 1/2 Jahren eine ganze Reihe von Projektmanagement-Trainings für die LinkedIn Learning Plattform entstanden.

Mein Co-Autor Christian und ich haben einen kompletten Lernpfad entwickelt und einzelne ergänzende Trainings kommen noch dazu.

Wer einen LinkedIn-Premium Account hat, kann die Kurse kostenlos absolvieren. Alle Texte sind transkribiert und es gibt auch noch Begleitmaterial.

Neugierig geworden?

Wir haben einen Flyer mit ausführlicher Kursbeschreibung für euch erstellt.

Und hier geht es zum vollständigen Kurs: https://www.linkedin.com/learning/paths/ihr-weg-zum-projektmanager

Dies ist Beitrag #741 auf schlossBlog.

Business Visualisierung

Für alle, die beim letzten Beitrag mit dem Erklärvideo zur Visualisierung im Business Kontext auf den Geschmack gekommen sind: Ihr dürft euch freuen!

Noch im Frühjahr soll unser Buchprojekt zur Business Visualisierung in den Druck gehen. Gemeinsam mit Christian und Daniel von visualbraindump ist ein Reisebericht durch die Welt der Visualisierung entstanden.

Dies ist Beitrag #740 auf schlossBlog.

Visual Thinking im Business Kontext

Visuelles Denken und visuelle Methoden sind mein Steckenpferd. Warum visuelles Denken auch im Business Kontext Sinn macht, versuche ich in diesem Video zu erklären.

Dies ist Beitrag #739 auf schlossBlog.

Projektleiter 2030: Taschenspielertricks & Etikettenschwindel

Das Projektmagazin fragt in seiner aktuellen Blogparade, ob im Jahr 2030 de Projektleiterrolle längst abgeschafft ist oder ob sie sogar zu Schaltzentrale der digitalen (Projekt-)Welt mutiert.

Den zweiten Teil der Frage ignoriere ich geflissentlich, die ganze Digitalisierungsdebatte langweilt mich. Ich halte sie schlicht für überbewertet. Nicht dass ich disruptive Entwicklungen verleugnen will – ganz im Gegenteil – aber dieses Digitalisierungsetikett passt nicht. Wer erfolgreich sein will muss sich stets mit Veränderungen auseinandersetzen, egal ob analog oder digital. Gerade in Projekten ist das selbstverständlich. Das Schlagwort lautet schöpferische Zerstörung und entstammt nicht der Digitalisierungsdebatte, sondern kommt von einem gewissen Herrn Schumpeter, Ökonom, Anfang des 20. Jahrhunderts. An Digitalisierung war da noch nicht zu denken und der Umgang mit (Ver-)Änderungen war schon immer elementar im Projektgeschäft.

Schwenk zurück – zur Rolle des Projektleiters. Allein der Begriff scheint antiquiert. In Scrum gibt es ihn gar nicht. Ist er deswegen überholt?

Ich möchte hier unterscheiden zwischen Funktion & Aufgaben einerseits und der formalen Rolle des Projektleiters andererseits.

Funktion & Aufgaben wird es immer geben. Selbst in Scrum, dort sind sie nur anders verteilt und werden mit einem anderen Selbstverständnis gelebt.

Spannend ist hingegen die Frage nach der formalen Projektleiterrolle. Haben nicht einst findige HR-Spezialisten die Projektkarriere als Alternative zu Linienkarriere erfunden? Ein schöner Job-Titel für die Visitenkarte. Aber wenn Unternehmen zunehmend agiler werden (und das beschränkt sich nicht nur auf das Projektmanagement), dann bröckelt dieses fragile Konstrukt. Aber keine Angst auch in vermeintlich agilen Umfeldern findet der Bedarf nach solchen Etiketten immer wieder Einzug. Die Agilität erweist sich all zu oft als Pseudo-Agilität. Und einher damit geht eine Aufweichung solcher Rollenbegriffe und eine Inflation neuer Begriffe wird kommen, die sind nämlich nicht geschützt und verleihen einen Hauch von Innovatvität. Dabei sind die neuen Begriffe und Rollen für sich so innovativ wie neue Schläuche und die eigentlich interessante Frage wäre die nach dem Wein in den Schläuchen.

Aber Details… Alles Lug und Trug. Taschenspielertricks und Etikettenschwindel.

Ich bin mir sicher auch 2030 wird es noch Projektleiter geben, ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dann gerne hätte, dass man mir dieses Etikett anheftet.

 

Dies ist Beitrag #738 auf schlossBlog und mein Beitrag zur Blogparade des Projektmagazins: Projektleiter 2030

Agiles Projektmanagement

Auf LinkedIn-Learning ist gerade unser neues Video-Training „Agiles Projektmanagement“ erschienen. Eine kleine Schnupperprobe gibt es hier:

Was heißt eigentlich agil? aus Agiles Projektmanagement von Christian Botta und Bernhard Schloß

Das Training ist in sich völlig eigenständig, aber als Ergänzung zu unserer 12-teiligen Projektmanagement-Reihe gedacht. In der hatten wir zwar auch agile Themen behandelt, aber den Bogen noch weiter gespannt. Hier wollen Christian und ich den Fokus auf Agilität legen, auf die Ideen und Konzepte, auf Scrum als Platzhirsch unter den agilen Frameworks, auf Werkzeuge agilen Vorgehens, aber auch einen Ausblick geben auf agile Konzepte, die noch weit über das Projektmanagement hinaus gehen.

Eine politische Stakeholderanalyse par excellence

Bei der Lektüre der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung ist mir natürlich gleich ein Beitrag ins Auge gestochen:

Eine wunderbare Darstellung einer Stakeholderanalyse.

In diesem Fall einer Stakeholderanalyse zur aktuellen Personaldiskussion der CSU in Bayern, eine visuelle Darstellung der Nähe oder Entfernung verschiedener innerparteilicher Akteure gegenüber dem amtierenden Ministerpräsidenten und Parteivorsitzenden Horst Seehofer.

Keine Angst – ich will an dieser Stelle nicht im Geringsten politisieren, aber ich habe selten eine so schön ausgearbeitete Stakeholderanalyse für eine polarisierende Fragestellung gesehen wie hier von Sarah Unterhitzenberger.

Die Grafik unterteilt zwei Lager: Auf der linken Seite pro (Seehofer) und auf der rechten Seite contra (also pro Söder).

Die relative Postion auf der horizontalen Achse spiegelt die politische Nähe zur jeweiligen Position. Je weiter links (grafisch – und nicht politisch) desto mehr pro Seehofer..

Auf drei Ebenen werden wiederum verschiedene Akteure und Einflussgruppen geclustert. In diesem Fall: (1) die aktuell agierenden Player, (2) die Granden im Hintergrund und (3) innerparteiliche Gremien und Gruppierungen.

Eine sehr visuelle Darstellung von Positionen, die zu Diskussion und Spekulation einlädt. Sie versucht Transparenz zu schaffen und Muster und Strömungen zu identifizieren. Ganz im Sinne der Stakeholeranalyse ist es dabei vollkommen Wurst ob die Darstellung final korrekt ist. Die Entwicklung, Diskussion und Verbesserung einer solchen Darstellung sorgt für den Erkenntnisgewinn. Und die Übertragung auf ganz andere (nicht parteipolitische) Fragestellungen ist das, wozu ich hier gerne anregen würde. Vielleicht geht es dann nicht um eine Personalie, sondern um ein polarisierendes Projekt. Diese Darstellungsvariante eignet sich hervorragend für polarisierende Fragestellungen. (Bei Fragestellungen mit mehr Dimensionen wird eine grafische Darsstellung dann ungleich komplexer.)

PS: Ein Wehrmutstropfen zu dieser Grafik: Meiner Begeisterung über die visuelle Darstellung steht das Entsetzen über die digitale Umsetzung des Verlags gegenüber. Im e-Paper ist diese Grafik, die in der gedruckten Variante mittig über eine Doppelseite gesetzt ist, mit einem asymetrischen Schnitt in zwei Beiträge zerschnitten. Digitale Kompetenz ist etwas anderes. Und das bei so einer exzellenten Vorzeige-Grafik. Schade.

Dies ist Beitrag #736 auf schlossBlog.

Best of… Erklärvideo zum openPM Canvas

Nachdem ich den openPM-Canvas initiiert und mitentwickelt habe, habe ich mich nun an einem Erklärvideo für den Canvas versucht.

Hinter dem openPM-Canvas verbirgt sich die Idee anhand eines vorgegebenen Rasters auf einer „Leinwand“ in grafisch, visueller Form ein Projekt samt seiner Besonderheiten und Restriktionen darzustellen. Es handelt sich dabei um eine Art Mischung aus Strukturierung, Visualisierung & Storytelling.

Der openPM-Canvas steht unter Creative Commons-Lizenz jedem zur Nutzung/Weiterentwicklung auf openPM zur Verfügung: https://www.openpm.info/display/openPM/Canvas

Dieser Beitrag erschien ursprünglich hier.

Konzernkommunikation & Agilität

Konzernkommunikation über Agilität hat mitunter eine unfreiwillig komische Note:

„Die Unit XYZ bekommt ein agiles Mindset“

Autsch, man bekommt also ein Mindset verordnet, dabei hat man das oder entwickelt es, aber per order di mufti.

Stirnrunzeln.

Ebenfalls sehr beliebt: euphorische Begeisterungselogen.

Hallo Kollegen, vielleicht mal eine Retrospektive in den eigenen Reihen gefällig?

Agilität ist gut, aber kein Wundermittel. Und so ein unkritischer, verkäuferischer Umgang mit ihr schadet der Sache mehr als dass es ihr dient.